Das Kastell Ardoch ist Teil des Roman Gask Ridge, dessen Anlagen sich über 37 km aneinander reihen und die nördlichste Grenze des Imperiums bildeten. Bei Ardoch handelt es sich um das am besten erhaltene Denkmal seiner Art im Norden Großbritanniens und wurde in einer Kooperation Marburger Archäologen mit der University of Edinburgh mit modernsten nicht-invasiven Prospektionsmethoden untersucht.

Im März 2016 untersuchten Studierende unter der Leitung von Dr. Manuel Fernández-Götz von der University of Edinburgh und Prof. Dr. Félix Teichner vom Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg Teile der Anlage. Mit der finanziellen Unterstützung des Carnegie Trust setzte das Team nicht-invasive geophysikalische Prospektionsmethoden und drohnenbasierte digitale Geländemodelle und Orthofotos (Structure from Motion/SfM) ein, um das Kastell und Teile des Annexbereiches und der Marschlager zu untersuchen und weitere potenzielle Strukturen im Bereich der Bewaldung aufzudecken sowie den Erhaltungszustand festzuhalten.

Insgesamt 18 Flächen auf ca. 26.000 m2 wurden mit Geomagentik und -radar prospektiert. Der Hauptteil der Flächen lag im Bereich des Kastells und der Gräben, ergänzend wurden außerhalb des Kastells zwei Flächen im Bereich der Befestigung des östlichen Marschlagers untersucht. Die Drohnenflüge reichten nördlich bis über die moderne Straße hinaus, östlich bis zum Waldgebiet Willow Bog und über den Teich im Süden. Somit wurden über 527.000 m2 fotografiert; das daraus errechnete georeferenzierte 3D-Modell dokumentiert den aktuellen Erhaltungszustand des Denkmals. Diese Momentaufnahme ist aus denkmalpflegerischer Sicht entscheidend, da Ardoch und auch andere Anlagen des Gask Ridge vermehrt durch Ackerbau und Baumaßnahmen gefährdet sind und aus diesem Grund ständiges Monitoring benötigen.

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